Es gibt Gästehäuser, in denen man zu Abend isst, und Gästehäuser, in denen man sich an einen Tisch setzt. Maison Meltem gehört zur zweiten Art, und das liegt an einer einzigen Person: an Giannis Manios, der sämtliche Mahlzeiten hier selbst kocht, vom Buffet am Morgen bis zum Menü am Abend.

Von Heraklion nach Lyon, und zurück

Giannis ist in Heraklion geboren. Kreta ist seine Insel: Er kennt ihre Buchten, ihre Ausgrabungsstätten und ihre Tavernen und spricht von ihr wie von einer Insel, auf der es immer noch Neues zu entdecken gibt. Seine vierjährige Ausbildung in Athen umfasste Patisserie und Küche; anschließend vertiefte er die mediterrane Küche in mehreren griechischen Betrieben.

Danach arbeitete er im Ausland: in England, Deutschland und Frankreich. Auf seinen Reisen lernte er, seine Gerichte auf die Menschen abzustimmen, für die er kochte. Diese Erfahrung prägt ihn bis heute: Das Menü am Abend ist kretisch, berücksichtigt aber stets die Menschen am Tisch.

In Lyon hat er sein Handwerk verfeinert. Nach einer Station am Institut Paul Bocuse hat er in der Brasserie Le Nord gearbeitet, einem der Bocuse-Häuser der Stadt. Und er hatte sein eigenes Restaurant, „Resto Halle“ in den Halles de Lyon Paul Bocuse, das er dreieinhalb Jahre lang geführt hat.

Dann kehrte er zurück. Ein Gästehaus oberhalb von Agia Pelagia war ursprünglich nicht geplant: Giannis und Olivier kamen aus der Gastronomie und wurden schließlich Gastgeber ihres eigenen Hauses. Maison Meltem wurde 2024 auf Giannis’ Heimatinsel eröffnet. Das Haus ist jung; das Handwerk derer, die es führen, ist es nicht.

Die erste Mahlzeit des Tages

Das Frühstück ist im Preis aller Zimmer enthalten und wird jeden Morgen im Schatten der Olivenbäume serviert, mit Blick aufs Meer: ein kretisches und kontinentales Buffet, dazu einige Gerichte à la carte. Es ist die einzige Mahlzeit des Hauses, die jeden Tag wiederkehrt, und zugleich die gemächlichste. Hier drängt niemand: Man bleibt lange beim Kaffee sitzen, über der Bucht wird es hell, und am Tisch entscheidet sich, wie der Tag aussehen wird.

Drei Abende in der Woche, ein einziges Menü

Montags, mittwochs und freitags abends, und nur an diesen drei Abenden, stellt Giannis ein einziges kretisches Menü zusammen, auf Vorbestellung. Es gibt keine Karte: Man setzt sich hin und isst, was er an diesem Tag gekocht hat. Im Mittelpunkt stehen lokale Erzeugnisse, zubereitet mit hauseigenem Olivenöl.

Für das Abendessen gibt es zwei Möglichkeiten. Bei den Gastgebern zu Hause, an einem großen gemeinsamen Tisch, in geselliger Runde: Hier kommt man mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch und kennt am Ende den Namen der Bucht, die sie am Tag zuvor entdeckt haben. Oder, romantischer, an Zweiertischen auf der Terrasse mit Blick auf die Ägäis, unter der Pergola, rund um den Olivenbaum.

Weil das Abendessen nur an diesen drei Abenden serviert wird und es nur ein Menü gibt, reserviert man besser früh bei Giannis und Olivier.

Was das Haus nicht tut

Es serviert mittags keine Mahlzeiten. Maison Meltem ist ein Gästehaus, kein Restaurant: Zur Mittagszeit bleibt die Poolbar geöffnet, und das Dorf Agia Pelagia, mit seinen Tavernen und seiner von Restaurants gesäumten Bucht, liegt wenige Autominuten entfernt. Der Tagesrhythmus wird von zwei Mahlzeiten bestimmt: dem Frühstück und, dreimal in der Woche, dem Abendessen. Dazwischen bleiben der Pool, das Meer und die Strände weiter unten.

Der Tisch als Ort für Austausch und Empfehlungen

„Maison Meltem ist für uns die Gelegenheit, anderen Reisenden zu begegnen, an der Bar, am Pool oder in der Lounge an der Feuerschale, und Erfahrungen auszutauschen“, sagen Giannis und Olivier. Am großen Tisch am Abend geschieht genau das: Man kommt zusammen, nachdem man sich am Pool schon begegnet ist, und nimmt neue Ideen für den nächsten Tag mit.

Hier spricht der Küchenchef als Kenner seiner Heimatinsel. Giannis weiß, an welchen Strand man in der Hochsaison früh fahren sollte, welche Ausgrabungsstätten die Reise lohnen und welche Taverne einen Besuch wert ist. Solche Hinweise stehen in keinem Reiseführer: Giannis gibt sie zwischen zwei Gängen am Tisch weiter, als jemand, der die Insel sehr genau kennt.

Was genau es zu essen gibt, was inbegriffen ist, wie man das Abendessen reserviert und was mittags geschieht, steht auf der Seite zum Tisch. Und um über der Bucht zu schlafen, bevor man zum Abendessen hinuntergeht, finden Sie hier alles: unsere Zimmer und Suiten.

Giannis, Gastgeber und Küchenchef des Hauses, im Profil und in Kochjacke beim scharfen Anbraten in einer Pfanne unter der Pergola der Sommerküche, hinter ihm Zypressen und Hügel, Maison Meltem, Agia PelagiaOlivier und Giannis, die Gastgeber von Maison Meltem, nebeneinander und lächelnd in Poloshirts vor der weißen Wand des Hauses, unter der Ziegeldachkante, daneben ein grüner Strauch, Agia Pelagia

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